Bochum – Craft Beer tief im Westen

November 2017 – Wenn dich die Arbeit ins Ruhrgebiet verschlägt, dann musst du nach einem anständigen Angebot an Craft Beer lange suchen. Dachte ich zumindest.

Dann landete ich für einige Wochen in Bochum. Da, wo Fiege (zugegeben, mit zum Teil sehr leckeren Bieren) den Ton angibt, und es eine Tugend zu sein scheint, zu wissen, in welcher Kneipe man das kleine „Pilsken“ noch für 1,50 bekommt.

Doch genau hier hat sich in letzter Zeit zaghaft eine kleine Infrastruktur für den geneigten Craft Beer-Nerd herausgebildet.

Zum einen ist da die „Trinkhalle“. Die Craft Beer-orientierte Bierbar ist urig, bodenständig, trotz rauem Holzbankcharme gemütlich – nicht nur dem Namen nach hier verwurzelt. Hier bekommt der geneigte Bierfreund sein Fiege Pils genauso wie Craft Beer Spezialitäten.

Hier kann man sich an einem Abend vom leckeren Export „Ruhrtyp“ von Stauder (Essen)

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bis zu Ritterguts traumhafter Imperial Gose „Bärentöter“ durchprobieren.

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Daneben gibt es um die Ecke von der Bochumer Partymeile „Bermudadreieck“ den Craft Beer Shop „Biermuda“. Der ist hell und freundlich eingerichtet, und hat nach meiner Feststellung zuvorkommende Mitarbeiter.

Schade nur, dass ich am Samstagvormittag offenbar der einzige Kunde war. Es wäre doch sehr schade, wenn das zarte Craft-Pflänzchen in Bochum mangels Nährboden zeitnah wieder verwelkt.

Dass man aus Hamburg z.T. größere und variantenreichere Sortimente gewohnt ist (und als Berliner bestimmt auch) mag der Fall sein. Dafür gab es hier jedoch z.b. eine größere Dänemark-Abteilung als ich zuletzt in Hamburg in den Shops gesehen habe.

Allein aufgrund des auch z.T. regional ausgerichteten Sortiments ist das Biermuda einen Besuch wert.

Fazit: Auch „tief im Westen“ kann man mittlerweile als (Craft) Beer- Enthusiast auf seine Kosten kommen und findet weit mehr als Fiege und Standardbiere, wenn man sich nur etwas umsieht.