Das 21. Internationale Berliner Bierfestival (Berliner Biermeile)

05.08.2017 – Berlin

Mittags trafen sich der Bierologe Tobi und meine Wenigkeit am Hotel in der Nähe des Alex. Das Wetter war zwar warm, aber ansonsten eher aprilartig. Nicht, dass das einen Hamburger Jung beeindruckt hätte.

Als erstes galt es, eine Grundlage und Stärkung für unser Vorhaben zu finden. Weit mussten wir dazu nicht schweifen – praktischerweise lag direkt auf dem Weg zur Biermeile die Filiale des HB.

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Nach der mehr als ausreichenden Stärkung mit Haxen und einem erfrischenden Russ machten wir uns dann auf zu unserem eigentlichen Ziel.

Die Biermeile fand statt auf der Karl-Marx-Allee auf der Länge von zweieinhalb U-Bahnstationen zwischen Strausberger Platz und Frankfurter Tor und war somit  auch praktisch mit der U5 zu erreichen.

Die Meile selbst bestand tatsächlich wie angekündigt aus hunderten Ständen in- und ausländischer Brauereien, wobei die Vertreter deutscher Braukunst klar dominierten.

Von Nord bis Süd war ziemlich alles vertreten, gerade auch kleinere regionale Brauereien. Etwas ernüchternd war dabei der Eindruck, dass etwa auch beim Stand einer süddeutschen Brauerei, die auf der INTERNORGA mit kenntnisreichem Personal bis hin zum Inhaber repräsentiert war, hier nur über Berliner Personal verfügte, das offenbar direkt am Stand (Stunden nach dem Beginn des zweiten Veranstaltungstags) noch in die Zusammenhänge eingewiesen werden musste.

Es war eben eine Veranstaltung für das breite Publikum, auf der nicht überall die größte Tiefe erwartet werden kann.

Wer jedoch darauf aus war, einmal Biervielfalt zu erleben, ohne sich in die Gefilde der Craft-Szene zu begeben, und mittels des Pro(Bier)Krugs, dessen 0,2 L fast überall für 2 € gefüllt wurden, gleich einiges der Vielfalt genießen zu können, kam auf seine Kosten, von traditionellen polnischen BierstilenDSC_0044

bis hin zum pinken „Hörnchen“-Fruchtbier.

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Der Nachteil dabei war für den (Craft-)Bierenthusiasten dann jedoch, auch den Anteil am Publikum, der sich aus Junggesellenabschieden und ähnlichen Saufgruppen zusammensetzte, zu ertragen. Als reine „Genießer-Biermeile“ hat die Veranstaltung dann entgegen der Homepage leider eben nicht jeder verstanden.

Insgesamt herrschte aber eine entspannte und friedliche Stimmung.

Optische Highlights setzen eine Möllner Mobilbrauerei mit ihrem Stand, der gleichzeitig die Brauerei war, und zum anderen drei Stände einer Thüringer Brauerei, die als „Biernotdienst“ mit „Krankenschwestern“ in knappen Kostümen besetzt waren. Da war mancher Augenschmaus dabei.

Die Stände waren allerdings so umlagert, dass wir hier von einer Kostprobe absahen.

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Daneben fiel der Stand des DjuDju-Biers mit ghanaischen Wurzeln (laut ratebeer.com gebraut in Belgien) aufgrund des bunten folkloristischen Dekors und einigen sehr ansprechenden Schankmaiden ins Augen. Die Fruchtbiere wurden natürlich direkt verkostet und haben wohl gemundet.

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Von dem einen oder anderen ansonsten nur regional erhältlichen Bier, über exotische Fruchtbiere bis hin zu traditionell polnischem Rauchbier haben wir hier so einiges verkostet und vieles davon für gut befunden.

Unter anderem wurde unser Archiv an Bierbewertungen nunmehr auch um die Biere des Bürgerlichen Brauhaus Saalfeld bereichert (WBC-Medaillengewinner 2016).

Von den mehr als zehn probierten Bieren gab es allerdings bei mir auch zwei, die direkt nach einem Schluck aus dem Krug in den nächsten Busch wechseln mussten…bleibt zu hoffen, dass hier entweder Lagerungs- oder Schankfehler zur mangelhaften Genießbarkeit führten, oder ich die Ausnahme bin, der es im Gegensatz zur Masse der Probierenden nicht schmeckte.

Nachdem wir bei dem wechselhaften Wetter die Biermeile einmal durchquert hatten, beschlossen wir, da uns eine gewisse Faulheit überkam (, dem Bierologen Tobi offenbar das Kirschbier zu Kopf gestiegen war^^) und wir etwas dem Gedränge des Publikumsandrangs auf dem Festival entgehen wollten, uns nunmehr mittels der U-Bahn zurück Richtung Alex zu begeben.

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Nach einigen kleinen Erfrischungen im Kaschk, das stets das eine oder andere spannende Craft-Bier auf ihren 12 Taps hat (diesmal z.B. ein gemütlich-fruchtiges Beeren-Ale als „Dessert“ nach der Biermeile) haben wir zum Abschluss noch die Palette von Lemke verkostet und darin einen wohligen Tagesabschluss gefunden.

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Fazit: Wenn man nicht das Niveau eines Craft-Bier-Festivals erwartet, ist das Internationale Berliner Bierfestival durchaus empfehlenswert.