Bierblockade?

Ich bin schon seit langem nicht mehr motiviert, einen Bericht zu schreiben. Woran kann das liegen? Habe ich eine Schreibblockade, wie das jeder Schreiberling einmal hat? Oder ist es vielmehr eine Bierblockade?

Ich denke, es handelt sich um Letzteres. Mein Craftbeerladen des Vertrauens befindet sich leider nicht um die Ecke, ich müsste vielmehr von meiner Arbeitsstätte auf dem Heimweg zunächst in die entgegengesetzte Richtung fahren (Ich sage bewusst nicht „falsche“, da diese Richtung mich ja zu gutem Bier führen würde). Da aber diese Strecke zurzeit teilweise gesperrt ist und somit lange Stauzeiten mit sich bringen würde, die aufgrund der StVO nicht mit Bier überbrückbar sind, habe ich mich schon länger nicht auf den Weg dorthin gemacht.

Was bleiben mir also für Alternativen?

Der Biomarkt in Markdorf bietet eine gewisse Auswahl feil. Zu finden sind dort Biere der Brauereien Clemens Härle, Riedenburger und Wolfscraft. Und, wie in jedem Biomarkt, erhält man auch Neumarkter Lammsbräu. Letzteres und die Biere von Clemens Härle sind in Ordnung, aber nicht ein Gaumenschmaus, der wiederholt erlebt werden will. Von Riedenburger mundeten mir der Dolden Sud und das Dolden Dark sehr. Beachtenswert ist hier das Präteritum. Denn Riedenburger hat irgendwann zwischen Sud 149 und Sud 154 seine Rezeptur für den Dolden Sud geändert. Leider nicht zum Vorteil dieses ehemals hervorragenden IPA’s. Dies ist übrigens nicht alleine meine Meinung: ein anderer Kunde ebendiesen Bioladens merkte dies kürzlich gleichfalls an, die Verkäuferin bestätigte daraufhin, dass sie „auch viel weniger davon bräuchten, als sonst“. Schade um dieses ehemals tolle Gebräu. Das Dolden Dark führt der Bioladen leider nicht mehr, sodass auch diese alternative Quelle erschöpft ist.

Bleibt also noch die Brauerei Wolfscraft, deren Braumeister laut der eben genannten Verkäuferin „total verrückt“ sei. Seine Biere „Super Lager“ und „Frisch Pils“ sind jedenfalls von Top-Qualität. Eine fruchtige Herbe zeichnet beide aus, es sind dennoch Unterschiede erkennbar, sodass sich hier eine gewisse Abwechslung ergibt. Diese hält sich bei zwei Varianten meines Lieblingsgetränkes jedoch in Grenzen.

Also dehnte ich meine Suche auf den örtlichen Edeka und dessen Getränkefachmarkt aus. Beide sind leider nicht wirklich zufriedenstellend ausgestattet. Der Supermarkt bietet mit der ganzen Palette Störtebeker eine gewisse Auswahl zur Überbrückung Wolfscraftfreier Abende an. Allerdings sind mir diese zum einen alle bekannt, zum anderen nicht der höchste Genuss. Der Getränkefachmarkt ist leider auch kaum abwechslungsreicher ausgestattet. Bisher konnte ich zwei Sechserträger mit je einer Auswahl bayrischer Biere ergattern, die mich aber wirklich nicht überzeugen konnten. Die „dicken Bayern“ hatten einen gewissen Charme und erinnerten mich an meine Münchner Tage, aber beim schicken Holzträger konnte lediglich das Braunbier mit leichter Überdurchschnittlichkeit punkten.

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Alles in allem ist diese Auswahl im wahrsten Sinne ernüchternd. Bleibt zu hoffen, dass die Bundesstraße nach Langenargen bald wieder frei ist und mein Durst nach Abwechslung wieder gestillt werden kann. Gerade befinde ich mich jedoch im Autobus Richtung Prag. Ziel: Bierfestival. Hoffnung macht sich breit am Horizont.