Bierologen in Berlin

07.05.2018 – Berlin

Als Zwischenstopp auf dem Weg nach Prag machten Tobi und ich Halt in Berlin.

Nach einem erneut stärkenden Mahl im HB am Alex ging es diesmal zunächst ins (nach unserem letzten Berlinbesuch eröffnete) „BraufactuM“ schräg gegenüber.

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Hier probierten wir und (überwiegend genüsslich) durch die hauseigenen Fassbiere von Colonia bis Soleya.

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Das Barrel 1 stach allerdings als besonderer „Leckerbissen“ heraus und schmeckte uns sehr.

Starke Konkurrenz bekam es aus dem Flaschensortiment durch Bravo 2017 und Parabola 2017 von Firestone Walker.

Beide sind vorbehaltlos zu empfehlen, wenn man etwas für dunkle BA-Sude übrig hat und weder zweistellige Alkoholanteile noch zweistellige Flaschenpreise scheut.

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Auf dem Weg in das Kaschk, dem ich seit Jahren bei jedem Berlinbesuch eine Visite abstatte (und bei dem ich immer etwas leckeres, neues und spannendes finde), „stolperten“ wir auf halbem Wege über das Marcus Bräu und beschlossen spontan, hier den Tag ausklingen zu lassen.

Essen und Liköre bzw. Bierbrand waren ok, aber ragten nicht aus dem Durchschnitt heraus.

An selbstgebrauten, ungefilterten Bieren gab es das Pils, das Rotbier und den Maibock.

Letzterer war ziemlich lecker, aber imponierte vor allem als eine süffigere Variante des Rotbiers.

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Das Rotbier war leider weniger überzeugend und das Pils durchschnittlich.

Am nächsten Tag zogen wir etwas weitere Kreise durch Berlin und kamen nachmittags nach einem Kulturprogramm im Hinter-Hinterhof von Lemke zum „Berlin Bier Fest“ an.

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Hier reihten sich (ursprünglich) etwa 150 Berliner Biere an einem zentral betriebenen langen Stand auf. Eine Präsentation oder auch nur Ausgabe durch die Brauereien selbst, wie etwa in den Hamburger Schanzenhöfen üblich, gab es nicht.

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Die handvoll studentische(?) Tresenkräfte, die am Sonntag nachmittags die Hähne bedienen sollte, schien jedoch weder ein übergreifendes Konzept zu haben, wer welche Biere zapft, noch gelang es immer, den Überblick zu bewahren, welcher Besucher als nächstes dran wäre.

Dazu wurde wild an den Hähnen herum geregelt und „Bier-Umschütten“ ziemlich erfolglos gegen zu viel Schaum eingesetzt.

Schade, dass die zum Teil sehr leckeren Biere (es gelang mir, den Malt Liquor von der Bierfabrik und -noch einen My leckerer – das Märzen von Rollberg zu erhaschen) auf diese Art „präsentiert“ wurden.

Spannend war natürlich, dass Lemke einen Blick in seinen „Fasskeller“ gewährte.

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Jedoch war auch hier die Expertise des dafür abgestellten (offenbar neuen) Mitarbeiters eher begrenzt. Er konnte nicht sagen, um was für ein Bier es sich bei der „Berliner Eiche“ handelte und seine Beschreibung beruhte zentral auf Apfelwein.

Zudem war ebendiese „Berliner Eiche“ (Berliner Weisse gereift in einem frischen Eichenfass) mir deutlich zu sehr mit frisch-säuerlichen Holzaromen versehen.

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Dafür entschädigte jedoch das großartige Imperial Stout Blend, sodass wir anschließend doch noch gewillt waren, bei Lemke einzukehren, wo ich das Imperial IPA endlich nachverkosten konnte. Es war gelungen.

Auch Lemke hat spannende Flaschenbiere anderer Brauer im Kühlschrank und Angebot.

Irritierend ist hierbei jedoch, dass es trotz mehrfacher Nachfrage nicht möglich war, den z.T. zweistelligen Umsatz pro Flasche durch Konsum vor Ort zu generieren. Es gilt offenbar strikter Außer-Haus-Verkauf.

Da wir ein 30€-Bier weder auf der Straße noch im Hotelzimmer trinken wollten (schon mangels angemessener Gläser), sahen wir vom Erwerb ab und holten stattdessen den Besuch beim Kaschk nach.

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Hier war neben anderen wieder Lenny´s Alt am Hahn und Lenny persönlich am Zapfen.

Sein Alt schmeckt gut.

Vor allem habe ich jedoch ein paar Biere von Kinn aus Norwegen probiert.

Das Bærtur war ein leckeres, aber mit 9,5 % auch alkoholintensives Fruchtbier.

Auch das Natt-Kinn, ein Foreign Extra Stout von Kinn und der Berliner Vagabund Brauerei hatte 9 % Alkoholgehalt, war dabei aber noch leckerer.

Die Krönung des Berlinaufenthalts blieben jedoch die „BA Imperials“im BraufactuM.