Bierologen in Kiel

07.10.2018 – Kiel

Eines vorweg: Kiel ist keine Haxen-Stadt.

Egal wo, nirgends waren die Haxen so recht genießbar.

Von diesem süddeutschen Brauhausklassiker sollte man in Kiel auch in „Brauhäusern“ die Finger lassen.

In der Kieler Brauerei am Alten Markt war das Bier gut (auch wenn das „Pils“ ziemlich unterhopft und süffig daherkam).

DSC_1073

Die Haxe gab es mit labbriger Haut, dafür war der Knochen angebrannt, der Geschmack insgesamt mittelmäßig.

Es mangelte etwas an Servietten, und der Service war leider auch nur begrenzt an Feedback interessiert.

Auf die Frage, ob „alles ok“ sei, wiegte ich zunächst den Kopf, und schon war die Kellnerin weg. Als Nicken kann sie das eigentlich nicht gedeutet haben.

Beim Abräumen interessierte dann nur noch, ob ich „satt geworden“ sei.

DSC_1075

Die Kieler Brauerei lohnt also leider nur des Bieres wegen. Dann einen eigenen Fanshop zu unterhalten, finde ich schon sehr gewagt bis übertrieben, mag sich aber bei den skandinavischen Fähr-Touristen lohnen, die das für gehobene deutsche Wirtshauskultur halten.

Ein neuer Versuch am nächsten Tag in „Das Wirtshaus“, dieses war betont bayrisch aufgemacht, bis hin zu den „Kostümen“ der Kellnerinnen.

Eigenes Bier gibt es hier freilich nicht.

Die Auswahl ist jedoch mit Stiftungsbräu und Anderen in Ordnung.

Schade war nur, dass ausgerechnet bei unserem Besuch das aktuelle „Spezialbier“ („Engel Volksfestbier“) aus war.

Hier war die Haxe zwar kross.

Dafür war sie allerdings komplett ungewürzt. Auch mit Nutzung von Sauce und Senf schmeckte sie doch hauptsächlich angebrannt und nach fettigem Schwein pur.

Auf mein entsprechendes Feedback an die Kellnerin kam die prompte Antwort, es sei ja auch „schwer, so ein großes Teil zu würzen“ – komisch nur, dass von HB bis Paulaner alles es hinbekommen, nur ihr Koch offenbar nicht…

Zum Fazit siehe oben.

Beim nächsten Kielbesuch nehme ich dann wohl eher einen Labskaus.