Spontane Brauereiführung: „Sudwerk“ in Pfäffikon (CH)

03.06.2019 – Pfäffikon

Auf unserem kürzlichen Schweiztrip war uns natürlich auch daran gelegen, die lokale Bierlandschaft zu erkunden, hatte doch selbst ich als Bierbotschafter hier in Norddeutschland außer ein oder zwei Appenzeller-Bieren noch keinerlei Vorstellung davon entwickeln können.

Gesagt – getan.

Unsere Zwischenstopp an diesem Tag galt der Heimat von Beatrice Egli, Pfäffikon, genauer gesagt der dortigen Craft-Beer-Brauerei Sudwerk.

Von den Bier-Locations, die wir uns im Vorwege recherchiert hatten, war es sicher eine der großen positiven Überraschungen.

Angekommen in einem Gewerbegebiet, stellten wir unser Auto auf einem Supermarktparkplatz ab und gingen zwischen den Hallen auf der anderen Straßenseite auf die Suche.

Die Ausschilderung war nicht besonders auffällig oder weiträumig, aber wer suchet, der findet.

So kamen wir in eine längliche Halle, die im Eingangsbereich zunächst Holzregale dominierten, auf denen die Bierpalette der Brauerei dargeboten wurde.

Zurückhaltend, wie wir sind, fingen wir an, uns ein paar Kostproben zusammen zu stellen, bis wir dabei dann mit Martin ins Gespräch kamen.

Es stellte sich schnell heraus, dass wir hier den sympathischen Chef persönlich getroffen hatten. Er bot uns spontan eine Brauereiführung samt Zwickelprobe vom Pale Ale „Western Rider“ an, zu der wir natürlich nicht „nein“ sagten.

Martin zeigte uns mit Stolz seine kleine aber feine Brauerei, in der sowohl beim Bier, als auch den Zutaten und der Gerätschaft eine deutlich englische Note vorherrschte.

Nach eigener Aussage, der wir bisher nicht widersprechen können, handelt es sich auch wegen der entsprechenden Zutaten beim Bitter „Churchill“ um das englischste Bitter in Kontinentaleuropa.

Nebenbei erfuhren wir auch das eine oder andere über die Rahmenbedingungen, die sich den Bierproduzenten in der Schweiz stellten und stellen, z.B. über das noch bis 1991 wirksame Bierkartell in der Schweiz, das einen Wettbewerb faktisch beseitigte und dem Vernehmen nach leider oft auch entsprechend schlechte Bierqualitäten zur Folge hatte.

Zu unserem Einkauf bekamen wir von Martin nicht nur die Führung, sondern auch noch ein paar zusätzliche Biere aus der Produktpalette zum Verkosten mit auf den Weg.

Sudwerk

Wir sagen „danke“ und kommen bei unserem nächsten Trip in die Gegend sicher mal wieder vorbei.

Natürlich wollen wir Euch eine kleine Bierübersicht dabei nicht vorenthalten:

Bier

Stil

Bewertung

Churchill

ESB

4,5 von 5

Pacific Pioneer

Porter

4,5 von 5

Gold Miner

Golden Ale

4 von 5

Liberator

Stout

4 von 5

Ra-Ra-Rasputin

Fruchtbier

3,5 von 5

Summit IPA

American IPA

3,5 von 5

Western Rider Pale Ale

American Pale Ale

3 von 5

Wright Flight

Hefeweizen

2,5 von 5

Fazit: So gut wie alle Biere von Sudwerk waren überdurchschnittlich gut, zwei sogar extrem lecker.

Einzig das Hefeweizen „Wright Flight“ mit geschmacklichen Anklängen an ein mildes Cider fiel etwas ab, war aber dennoch schmackhaft.